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Im Frühjahr 1950 begann der Siegeszug des Schienenbusses auf den Gleisen der Deutschen Bundesbahn. Mit den 10 Prototypen der Baureihe VT 95 schuf die Waggonfabrik Uerdingen ein Fahrzeug, das in den folgenden Jahren populär wurde, wie kaum ein anderes. Bis Mitte der sechziger Jahre beschaffte allein die Deutsche Bundesbahn fast 1.000 Motorwagen sowie die dazu gehörenden

Bei- und Steuerwagen. Die oft als "Retter der Ne- benbahnen" bezeichneten roten Brummer waren überall in Deutschland anzutreffen und erfreuten sich dank ihrer außergewöhnlichen Rundumsicht bei den Fahrgästen enormer Beliebtheit.

Ursprünglich nur für eine kurze Lebensdauer vor-
gesehen, blieb der "Uerdinger" ein halbes Jahrhundert im planmäßigen Einsatz - die letzten DB-Schienenbusse liefen in Tübingen bis ins Frühjahr 2000.

Unsere Wagen wurden 1955 - 1961 gebaut und liefen bis 1987 in roter Lackierung im Bayrischen Personen Nahverkehr. Anlässlich der Modifizierung der Strecke Aschau - Prien wurden 3 von unseren Fahrzeuge im Aufarbeitungswerk Kassel generalüberholt. Sie erhielten eine Türautomatik, Beschallungsanlage, Stoffsitze und nicht zuletzt die damals neue Nahverkehrslackierung Mint/Türkis/Lichtgrau mit dem Schriftzug "Chiemgau-Bahn".

Ab 1987 liefen die Wagen zwischen Aschau und Prien. Als 1996 neue Wagen für die Strecke beschafft wurden, endete der Einsatz auf der Chiemgau-Bahn. Durch Lieferschwierigkeiten neuer Fahrzeuge, wurden die Wagen leihweise zur Regentalbahn gebracht und liefen dort zwischen Regen und Cham für ca. 14 Monate.

Mitte 1996 wurde in Ulm die BSW-Freizeitgruppe VT 798 gegründet, aus der dann 2002 die Schienenbusfreunde Ulm e.V. hervorgingen. Diese versuchten mit viel Engagement die Wagen als Museumszug zu erhalten. Nach 1 ½-jährigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn kamen dann die 3 Fahrzeuge vom Betriebswerk Mühldorf nach Ulm.

Später kamen noch 4 Beiwagen hinzu. 2 Wagen vom Bw Hof und 2 Wagen vom Bw Tübingen.

Seit 1997 arbeiten nun die Mitglieder an der Aufarbeitung und Instandhaltung der Fahrzeuge. Am 23.05.1998 wurde der Schienenbus offiziell durch den Ulmer Oberbürgermeister Herr Gönner auf den Namen "Ulmer Spatz" getauft. Seit diesem Zeitpunkt sind ca. 25.000 ehrenamtliche Stunden in die Restaurierung des Zuges geflossen.

Wir haben noch viele Ideen, die wir in Zukunft noch verwirklichen möchten, damit die Ära des Schienenbusses noch lange erhalten bleibt.
 





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